Faujasit.html

 
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Faujasit-Na, Faujasit-Ca, Faujasit-Mg
Bild eventuell bei Commons
Chemische Struktur (Na,Ca0,5,Mg0,5,K)x(AlxSi12-xO24) ‣ 16H2O
Mineralklasse Silicate und Germanate - Gerüstsilikate
9.GD.30 (nach Strunz)
Kristallsystem kubisch
Kristallklasse
Farbe farblos, weiß, auch gelblich, braun
Strichfarbe weiß
Mohshärte 5,5
Dichte (g/cm³) 1,92
Glanz Glasglanz
Transparenz meist durchsichtig
Bruch uneben, spröd
Spaltbarkeit
Habitus oktaedrische Kristalle
Häufige Kristallflächen 111
Zwillingsbildung
Weitere Eigenschaften
Ähnliche Minerale Gmelinit, Chabasit, Levyn, Erionit u.a. Zeolithe
Radioaktivität nein
Magnetismus nein


Als Faujasit werden zusammenfassend die drei recht seltenen Silicat-Minerale Faujasit-Na, Faujasit-Ca und Faujasit-Mg aus der Familie der Zeolithe bezeichnet. Ihnen gemein ist die vereinfachte chemische Formel (Na,Ca0,5,Mg0,5,K)x(AlxSi12-xO24) ‣ 16H2O, wobei der Namensanhang das vorherrschende Kation bezeichnet (-Na für Natrium, -Ca für Calcium, -Mg für Magnesium). Der Wert von x in obiger Formel variiert üblicherweise zwischen 3,2 und 3,8 [1]. Durch Substitution kann auch Kalium sowie etwas Strontium enthalten sein. Faujasit kristallisiert im kubischen Kristallsystem und bildet kleine, meist farblose oder weiße, gut ausgebildete Kristalle in Oktaederform. Industriell synthetisierter Faujasit wird Zeolith Y genannt.

Inhaltsverzeichnis

Bearbeiten Etymologie und Geschichte

Faujasit wurde 1842 von M. Damour erstmals von Sasbach am Kaiserstuhl beschrieben und erhielt seinen Namen zu Ehren des französischen Geologen und Vulkanologen Barthélemy Faujas de Saint-Fond[2]. Seit der Überarbeitung der Zeolithnomenklatur durch die International Mineralogical Association im Jahre 1998 werden drei eigenständige Mineralspezies unterschieden, Faujasit-Na, Faujasit-Ca und Faujasit-Mg. Die Typlokalitäten für Faujasit-Na und -Mg sind weiterhin die Steinbrüche bei Sasbach, für Faujasit-Ca wird ein Bohrkern aus Haselborn bei Ilbeshausen/Vogelsberg angegeben [1].

Bearbeiten Bildung und Fundorte

Faujasit ist, wie viele andere Zeolithe auch, ein typisches Produkt hydrothermaler Umwandlung von basaltischen vulkanischen Gesteinen. Durch die Zirkulation heißer Lösungen wird das Gestein nach der Eruption nach und nach alteriert, in Drusen und auf Klüften kommt die mitgeführte Lösungsfracht zur Ausfällung. An der klassischen Lokalität am Kaiserstuhl wächst Faujasit in freistehenden Kristallen in Drusenhohlräumen in Limburgit-Lavaströmen.

Bearbeiten Struktur

Sodalithkäfig
Struktur von Faujasit

Die Struktur von Faujasit ist identisch mit der des synthetischen Zeolith Y. Das Grundelement des Faujasitgerüsts sind Sodalithkäfige, die über hexagonale Prismen miteinander verbunden sind. Die Poren sind senkrecht zueinander angeordnet. Die Pore, die durch einen Ring mit 12 Einheiten gebildet wird, ist mit einem Durchmesser von 7.4 Å relativ groß. Der Innenraum hat einen Durchmesser von 12 Å und ist umgeben von 10 Sodalithkäfigen. Die Zelleinheit ist kubisch mit einer Länge von 24,7 Å.

Bearbeiten Verwendung

Im Gegensatz zu seinem synthetischen Pendant Zeolith Y, welches in großen Mengen industriell hergestellt wird, hat natürlicher Faujasit aufgrund seiner Seltenheit keine praktische Bedeutung.

Bearbeiten Siehe auch

Bearbeiten Einzelnachweise

  1. a b Coombs D.C., Alberti A., Armbruster T., Artioli G., Colella C., Galli E., Grice J.D., Liebau F., Mandarino J.A., Minato H., Nickel E.H, Passaglia E., Peacor D.R., Quartieri S., Rinaldi R., Ross M., Sheppard R.A., Tillmanns E. & Vezzalini G. (1998): Recommended nomenclature for zeolite minerals: report of the subcommittee on zeolites of the International Mineralogical Association, Commission on New Minerals and Mineral Names. Mineralogical Magazine 62, 533-571.
  2. Damour M. (1842): Description de la faujasite, nouvelle espèce minérale. Annales des Mines, series 4,1, 395-399.

Bearbeiten Weblinks

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