Frankfurter Buchmesse.html

 
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Offizielles Logo der Frankfurter Buchmesse
Eingang zur Buchmesse 2006
Messegelände der Frankfurter Buchmesse 2005
Zur Buchmesse 2006, ein Ballon mit Zeichen des Gastlandes Indien
Buchkatalog zur Frankfurter Fastenmesse 1573

Die Frankfurter Buchmesse, 1949 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels gegründet, findet jedes Jahr im Oktober an fünf Tagen auf dem Messegelände in Frankfurt am Main statt. Sie ist mit über 7.300 Ausstellern aus 100 Ländern, die über 400.000 Buchtitel auf ca. 170.000 Quadratmetern präsentierten (Stand: 2008 [1]) und mehr als 280.000 Besuchern (Rekord 2008 mit 299.112 Besuchern) die größte und bedeutendste Buchmesse der Welt. Jährlich stellt sie die Buchproduktion und Kultur eines Gastlandes besonders heraus. Im Verlauf der Buchmesse findet die Verleihung des Deutschen Jugendliteraturpreises statt. Am letzten Messetag (Sonntag) wird in der Frankfurter Paulskirche der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen.

Inhaltsverzeichnis

Bearbeiten Geschichte

Die Frankfurter Buchmesse hat eine mehr als 500-jährige Tradition. Eine Buchmesse in Frankfurt gab es schon in der frühen Neuzeit, nachdem Johannes Gutenberg in Mainz, nur wenige Kilometer von Frankfurt entfernt, den Buchdruck revolutioniert hatte und die Buchdrucker Johannes Fust, Peter Schöffer und Konrad Henckis die Frankfurter Messe zum Umschlagsort des den Handschriftenhandel ablösenden Verlagsbuchhandels machten.

Bis in die Zeit des späten 17. Jahrhunderts blieb Frankfurt am Main die zentrale Buchmesse-Stadt Europas. Als Folge politischer und kultureller Umwälzungen übernahm die Leipziger Buchmesse in der Zeit der Aufklärung die Rolle Frankfurts. Erst zwei Jahrhunderte später in Folge der Teilung Deutschlands lebte die Buchmesse in Frankfurt wieder auf: 205 deutsche Aussteller versammelten sich vom 18. bis 23. September 1949 in der Frankfurter Paulskirche zur ersten Buchmesse der Nachkriegszeit.

Erstmals gab es 2004 das Forum Film & TV. Vortragsveranstaltungen finden unter anderem über Hörbücher und das Moderne Antiquariat auch im Übersetzer- und Bibliothekars-Zentrum statt. Seit 2005 ist die erste Frankfurter Antiquariatsmesse angeschlossen, die ebenfalls weltweit größte. Auch erstmals 2005 wurden eine gemeinsame Branchendarstellung für Zeitschriftenverlage der Fach-, Publikums- und Internationalen Presse, sowie eine Gemeinschaftsausstellung Spiele & Spielen mit der Spielwarenmesse Nürnberg eingerichtet und ein mit 37.500 Euro dotierter deutscher Roman-Preis an Arno Geiger verliehen.

Im Juni 2006 fand als Joint Venture die erste Buchmesse Kapstadt, die Cape Town Bookfair, statt.

Die Buchmesse gründete 2006 den "Schwerpunkt Bildung" mit Litcam, einer Literarisierungskampagne, vor allem gegen Analphabetismus. 2007 startete in dem Zusammenhang u.a. ein Kurzgeschichten-Projekt ("Who's on the line? Call for free") von und über Menschen mit Migrationshintergrund.

Zur Buchmesse 2008 gab die FAZ erstmals eine kostenlose Buchmesse-Zeitung heraus. Sie erschien täglich mit 24 Seiten und einer Auflage von 25.000 Exemplaren.

Bearbeiten Funktion der Messe

Die Buchmesse dient als Fachmesse in erster Linie Verlegern, Agenten, Buchhändlern, Bibliothekaren, Wissenschaftlern, Illustratoren, Dienstleistern, Filmproduzenten, Übersetzern, Druckern, Verbänden, Künstlern, Autoren, Antiquaren, Software- und Multimedia-Anbietern zur Vorstellung ihres Angebots und dem Abschluss von Geschäften. Der Handel mit Buchlizenzen/-rechten findet in einem eigenen Agentencenter statt - rund 70 Prozent des internationalen Rechte- und Lizenzgeschäfts bahnen sich hier an. Zirka 42 Prozent der auf der Messe gezeigten Erzeugnisse sind Bücher, 30 Prozent digitale Medien (darunter 2 Prozent E-Books).[2]

Die Buchmesse ist nur in zweiter Linie eine Messe für Publikum, das nur an zwei Tagen zugelassen ist. Mehr als 12.000 Journalisten aus knapp hundert Ländern berichten von ihr. Die Frankfurter Buchmesse wirkt auch über die Messezeit hinaus: Sie stellt die umfassendsten Online-Datenbanken der Branche bereit. Sie vermittelt in Zusammenarbeit unter anderem mit dem Auswärtigen Amt, der Stiftung Pro Helvetia und den Goetheinstituten deutsche Literatur im Ausland. Neben den großen ganzjährigen Büros in der Mainmetropole hat man German Book Offices, ständige Präsenzen in New York, Peking, Moskau und Bukarest, seit 2008 in New Delhi. Darüber hinaus existieren besondere Stipendienprogramme. Das Programm Städte der Zuflucht unterstützt von der Stadt Frankfurt gilt verfolgten Schriftstellern.

Da die Bekanntgabe des Gewinners des Nobelpreises für Literatur stets in die Messewoche fällt, ist die Buchmesse traditionell auch das erste größere Forum des Verlages, der die Werke des neuen Nobelpreisträgers im Programm hat.

Bearbeiten Leitung der Buchmesse

Von 1949 bis 1957 leitete Wilhelm Müller die Buchmesse, ihm folgte bis 1974 Sigfred Taubert, vorher Leiter der Pressestelle des Börsenvereins und Pressesprecher der Buchmesse. 1975 übernahm Peter Weidhaas den Posten des Buchmesse-Direktors sowie des Geschäftsführer der Ausstellungs- und Messe-GmbH. Er war zuvor Leiter des Ausstellungsreferats der Buchmesse. Peter Weidhaas verfasste zwei Geschichten der Buchmesse (s.u.).

Nach dem Ende von Weidhaas Amtszeit folgte ihm Lorenzo Rudolf, vormals Direktor der Art Basel ihm im Amt des Buchmesse-Direktors. Sein Nachfolger wurde bereits 2002 Volker Neumann, zuvor Geschäftsführer der Verlagsgruppe Random House. Seit 1. April 2005 ist Juergen Boos Direktor der Frankfurter Buchmesse. Er leitete davor das Marketing im Verlag Wiley-VCH Weinheim.

Ebenso gründete sich ein internationaler kleiner Beirat der Buchmesse.

Bearbeiten Gastländer

Frankfurter Buchmesse 2004

Einen besonderen Schwerpunkt bietet seit 1988 ein jährlich wechselndes Gastland. Vor 1988 hatten Buchmessen auch thematische Schwerpunkte. 2006 war Indien als erstes Land zum zweiten Mal Gastland. Dies wurde mit einem überaus agilen indischen Buchmarkt begründet.

Das Gastland bringt ein kulturelles Rahmenprogramm mit (z. B. Lesungen, Literaturförderung, Preisverleihungen). 2004 hatten ca. 500 von etwa 3.000 Veranstaltungen einen Bezug zur arabischen Welt als „Gastland“. Ausstellungen und Lesereisen des Gastlands beginnen vor der Buchmesse und gehen weit darüber hinaus.

Auch organisiert die Frankfurter Buchmesse als Dachorganisation für deutsche Verlage die Präsentation Deutschlands bei ausländischen Buchmessen.

Thematische Schwerpunkte und Gastländer
Jahr Gastland / Schwerpunkt Literatur des Gastlandes Motto Preisträger des Friedenspreises
2011 Island Isländische Literatur - -
2010 Argentinien Argentinische Literatur - -
2009 China Chinesische Literatur - -
2008 Türkei Türkische Literatur Faszinierend farbig Anselm Kiefer
2007 Katalanische Länder Katalanische Literatur Singular i Universal Saul Friedländer
2006 Indien Indische Literatur Today's India Wolf Lepenies
2005 Korea Koreanische Literatur - Orhan Pamuk
2004 Arabische Welt Arabische Literatur - Péter Esterházy
2003 Russland Russische Literatur Neue Seiten Susan Sontag
2002 Litauen Litauische Literatur Fortsetzung folgt Chinua Achebe
2001 Griechenland Griechische Literatur Neue Wege nach Ithaka Jürgen Habermas
2000 Polen Polnische Literatur ©Poland Assia Djebar
1999 Ungarn Ungarische Literatur unbegrenzt Fritz Stern
1998 Schweiz Schweizer Literatur Hoher Himmel - Enges Tal Martin Walser
1997 Portugal Portugiesische Literatur Wege in die Welt Yasar Kemal
1996 Irland Irische Literatur und seine Diaspora Mario Vargas Llosa
1995 Österreich Österreichische Literatur - Annemarie Schimmel
1994 Brasilien Brasilianische Literatur Begegnung von Kulturen Jorge Semprún
1993 Flandern und Niederlande Niederländische Literatur weltoffen Friedrich Schorlemmer
1992 Mexiko Mexikanische Literatur ein offenes Buch Amos Oz
1991 Spanien Spanische Literatur La Hora de España György Konrád
1990 Japan Japanische Literatur Then and Now Karl Dedecius
1989 Frankreich Französische Literatur L'Automne française Václav Havel
1988 Italien Italienische Literatur Italienisches Tagebuch Siegfried Lenz
1987 Hans Jonas
1986 Indien Indische Literatur Wandel in Tradition Władysław Bartoszewski
1985 Teddy Kollek
1984 George Orwell Octavio Paz
1983 Manès Sperber
1982 Religionen George F. Kennan
1981 Lew Kopelew
1980 Schwarzafrika Ernesto Cardenal
1979 Yehudi Menuhin
1978 Kind und Buch Astrid Lindgren
1977 Leszek Kolakowski
1976 Lateinamerika Lateinamerikanische Literatur Max Frisch

Bearbeiten Literatur

Bearbeiten Einzelnachweise

  1. Claudia Ihlefeld: Begegnungen in Zeiten elektronischer Vernetzung, In: Heilbronner Stimme vom 18. Oktober 2008, S. 3
  2. Rede von Juergen Boos bei der Vorschau-Pressekonferenz, am 10. September 2008 (PDF)

Bearbeiten Weblinks

Commons Commons: Frankfurter Buchmesse – Bilder, Videos und Audiodateien

Allgemeines

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