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Die Streitkräfte Frankreichs (frz.: Les forces armées françaises) sind die Streitkräfte der Französischen Republik und zählen zu den stärksten Streitkräften der Welt. Sie haben aktuell 356.752 Männer und Frauen in fünf Abteilungen unter Waffen. Oberbefehlshaber der Armee ist der französische Staatspräsident. Obwohl Frankreich Mitglied der NATO ist, sind seine Streitkräfte nicht (wie etwa die Deutschlands) militärisch in die NATO integriert.
Bearbeiten AuftragDer Auftrag der französischen Streitkräfte besteht im weitesten Sinne in der Sicherung der nationalen Unabhängigkeit. Das französische Wehrrecht drückt den Auftrag im Artikel 1111-1 folgendermaßen aus:
zu dt.:
In die „Integrität des Territoriums“ ist ebenso die der Übersee-Departements mit einbezogen. Dem Schutz der Bevölkerung dienen ebenso humanitäre Einsätze. Tagesaktuell bedeutet der Auftrag des französischen Militärs die Teilnahme am Krieg gegen den Terrorismus[5] sowie an internationalen Friedensmissionen. Bearbeiten TeilstreitkräfteDas französische Militär gliedert sich in fünf Teilstreitkräfte. Außer den üblichen Teilstreitkräften Heer, Marine und Luftstreitkraft gibt es im Rahmen des französischen Zentralismus eine nationale Polizei, die Gendarmerie Nationale. Darüber hinaus erachtet Frankreich seine nukleare Abschreckung als so wichtig, dass auch diese in einer eigenen Streitkraft (Force de dissuasion nucléaire de la France) zum Tragen kommt. Bearbeiten HeerDie Armée de Terre ist mit 134.522 [2] Soldaten die größte der drei Teilstreitkräfte. Diese können auf einen Fuhrpark von 1.226 Kampfpanzern (u.a. 357 Leclerc), 3.700 gepanzerte Fahrzeuge, 1.192 Artilleriegeschütze, 374 Kampf- und 277 Transporthubschrauber zurückgreifen. Bearbeiten LuftstreitkraftDie Armée de l’air ist mit 60.649 Mann[2] die zweitgrößte Teilstreitkraft. Sie ist in zwei Luftregionen (Nord und Süd) und zwei Luftverteidigungssektoren eingeteilt. Auf sie verteilen sich circa 530 Kampfflugzeuge (u.a. 234 Dassault Rafale, Dassault Mirage 2000, und 80 Dassault Mirage F1), 131 Transportflugzeuge (unter anderem 55 Transall), 323 Schulflugzeuge (unter anderem 146 Alpha Jet) sowie 86 Hubschrauber. Die Luftstreitkraft kauft Flugzeuge ausschließlich von französischen Unternehmen und bewahrt sich somit ihre Autarkie von der ausländischen Rüstungsindustrie. So hat sie sich nur anfangs am Eurofighter-Programm und gar nicht am Joint Strike Fighter beteiligt. Bearbeiten MarineDie Marine nationale ist in drei Abteilungen gegliedert. Die reguläre Marine mit 43.596 Soldaten[2], die Marinelandstreitkräfte Les forces de surface (Marineinfanterie) mit rund 12.000 Mann, sowie die Marineflieger (Aviation navale) mit einer Personenstärke von 6.800. Die Marine ist eingeteilt in die Kommandos Atlantik, Mittelmeer, Indischer Ozean und Pazifischer Ozean. Sie verfügt über 66 Kriegsschiffe und 162 Flugzeuge - davon 138 Kampfflugzeuge, unter anderem auch vom Typ Dassault Rafale. Flaggschiff der Marine nationale ist der Flugzeugträger Charles de Gaulle. Neben Russland ist Frankreich als einziges europäisches Land mit einem CTOL-Flugzeugträger mit Fangseilen und Startkatapulten ausgestattet, ähnlich den US-amerikanischen Trägern. Bestandteil der Marine sind auch sechs atomgetriebe Jagd-U-Boote (SNA) und drei Atom-U-Boote mit Interkontinentalraketen (SNLE). Ein weiteres SNLE soll 2008 in Dienst gestellt werden[6]. Bearbeiten Gendarmerie NationaleDie Gendarmerie Nationale ist eine Polizeieinheit der Republik Frankreich. Sie ist Teil der Streitkräfte und daher im Unterschied zu den übrigen Polizeikräften dem Verteidigungsministerium unterstellt. Sie besteht heute aus 97.864 Beamten[2]. Bearbeiten AtomstreitmachtFrankreich unterhält mit der Force de dissuasion nucléaire de la France (ugs. force de frappe) einen eigenständigen nuklearen Abschreckungsapparat mit rund 350 Sprengköpfen. In diesen fließen rund 10 % des Wehretats, das ist der doppelte Anteil der britischen Nuklearstreitkräfte. Kritiker sind der Meinung, allein dieser teuere Apparat verleihe der französischen Außenpolitik ihr momentanes Gewicht, über welches das Land weder wirtschaftlich noch politisch oder mit seinen konventionellen Streitkräften z. B. im Vergleich mit den anderen ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates verfüge. Bearbeiten OrganisationMinisterialebene Oberbefehlshaber des Militärs und Herr des nuklearen Abschreckungspotentials der Republik ist der französische Staatspräsident, derzeit Nicolas Sarkozy. Verteidigungsminister ist seit dem 18. Mai 2007 Hervé Morin, der dessen Aufgabe tagespolitisch ausführt. Dem Minister arbeiten ein ministeriales Rechnungsprüfungsbüro und eine Delegation für strategische Angelegenheiten zu. Die Stabschefs der einzelnen Streitkräfte schließen sich zu einem Generalstab zusammen und beraten den Minister, gleichrangig mit einer Abteilung für Rüstungsbeschaffung und einem Generalsekretär für die Verwaltung.[7] Bearbeiten Dienst und LaufbahnWehrpflicht Seit dem 1. Januar 2003 sind die französischen Streitkräfte offiziell eine Freiwilligenarmee. Bereits am 2. Juni 2001 hatten Präsident Jacques Chirac und Ministerpräsident Lionel Jospin ein vorzeitiges Ende der Wehrpflicht angekündigt[8] [9]. Die letzten Rekruten beendeten Ende November 2001 ihren Dienst, rund 200.000 junge französische Männer wurden so von einem möglichen Wehrdienst befreit.[10]. Grund für diesen Schritt war die hohe Anzahl an Freiwilligen, die sich im Laufe der Jahre gemeldet hatten. 1997 war in einer Verteidigungsreform nicht nur die Aussetzung der Wehrpflicht, sondern eine umfassende Modernisierung des Militärs beschlossen worden, deren Beginn mit den eingesparten Mitteln vorgezogen werden konnte. Bearbeiten Weitere EntwicklungDas am 17. Juni 2008 vorgestellte Weißbuch legt die Rahmenbedingungen für die Entwicklung der Streitkräfte in den kommenden Jahren fest. Demnach soll der Verteidigungsetat auf dem Stand von 2008 festgeschrieben und erst ab 2012 jährlich um ein Prozent erhöht werden. Die Streitkräfte sollen von 271.000 Mann im Jahr 2008 auf 225.000 Mann bis 2012 schrumpfen. Am Ende dieses Prozesses soll das Heer 131.000, die Luftwaffe 50.000 und die Marine 44.000 Soldaten umfassen. 10.000 Mann sollen ständig im Heimatland bereitgehalten werden, um im Fall eines größeren Terroranschlags sofort eingreifen zu können. Statt der bislang 50.000 Mann, die innerhalb von sechs Monaten in ein bis zu 8000 Kilometer entferntes Krisengebiet verlegt werden können, sollen dafür nur noch 30.000 bereitstehen. Ebenfalls bis 2012 sollen 83 Militärstützpunkte geschlossen und mehrere Einheiten aufgelöst werden. Die verbleibenden sollen an 80 Militärstandorten gebündelt werden. Die 10.000 Mann umfassende und auf mehrere Standorte verteilte französische Dauer-Militärpräsenz in Afrika soll wegen ihrer hohen Kosten drastisch verringert werden. Lediglich ein großer Stützpunkt in West- und einer in Ostafrika sollen bestehen bleiben. Dagegen soll Asien stärker in den Brennpunkt des Militärengagements im Ausland rücken. Zudem schlägt das Weißbuch vor, die Europäische Union in die Lage zu versetzen, bis zu drei friedenserhaltende militärische Auslandsmissionen gleichzeitig zu betreiben, und allgemein die militärische Zusammenarbeit innerhalb der EU zu verstärken. Dieses Ziel will Staatspräsident Nicolas Sarkozy durch die von ihm verfolgte vollständige Wiedereingliederung Frankreichs in die Nato sowie die Europäisierung der französischen Rüstungsindustrie erreichen. Das Geld, das durch die Verringerung der Mannschaftsstärke und der Zahl der Stützpunkte frei wird, soll in moderne Ausrüstung fließen. Bereits für 2009 ist geplant den Posten für neue Rüstungsgüter gegenüber dem Vorjahr um 2,8 Milliarden auf dann 18 Milliarden Euro zu erhöhen. Wichtigste Anschaffungsprojekte bis 2012 sind 250 Leclerc-Panzer, 650 Schützenpanzer vom Typ Véhicule Blindé de Combat d'Infanterie, 80 Kampf- und 130 Transporthubschrauber sowie 25.000 moderne Kampfanzüge vom Typ FELIN. Die Marine soll 18 Zerstörer und Fregatten, sechs Atom-U-Boote und eine Fliegerstaffel erhalten. Allerdings sollen nur 200 statt der ursprünglich geplanten 300 Kampfflugzeuge des Typs Dassault Rafale gekauft werden. Bearbeiten VerweiseBearbeiten Interne VerweiseBearbeiten Literatur
Bearbeiten Weblinks
Bearbeiten Einzelnachweise
Streitkräfte der NATO-Mitgliedstaaten
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