|
|||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||
Kaschmir (Devanagari: कश्मीर, Kaśmīr, Kashmir) ist ein ehemaliger Fürstenstaat im Himalaya, der heute von Indien, Pakistan und China gleichermaßen beansprucht wird.
Bearbeiten GeographieHeute teilt sich Kaschmir in den indischen Bundesstaat Jammu und Kashmir mit 101.000 km² und 10,1 Mio. Einwohnern, die pakistanischen Nordgebiete und das teilautonome pakistanische Azad Kashmir mit zusammen 84.000 km² und 1,3 Millionen Einwohnern, sowie einige chinesische Gebiete (Aksai Chin) mit 37.000 km² und einigen Tausend Bewohnern auf. Die Gesamtfläche Kaschmirs beläuft sich auf rund 222.000 km². Die größte Provinz des indischen Kaschmirs ist Ladakh.
Der indische Bundesstaat Jammu und Kashmir
Bearbeiten GeschichteKaschmir hat seinen Ursprung im Kaschmir-Tal mit dem alten Handelsplatz Srinagar im Hochgebirgsraum des Vorderen Himalaya. In seiner langen, wechselvollen Geschichte hat es sich als Kreuzungspunkt von Karawanenstraßen (historische Seidenstraße) zwischen Vorder-, Zentral- und Südasien entwickelt. Zugleich war und ist es auch heute noch Schnittpunkt ausgedehnter buddhistischer, kaschmirisch-hinduistischer und ab dem 13. Jahrhundert zunehmend islamischer Herrschaftsbereiche. Kaschmir hat von alters her eine Brücken- und Knotenfunktion zwischen Vorder-, Zentral- und Südasien. Von 1846 bis 1947 war das Kaschmirgebiet ein großes, von hinduistischen Dogra-Maharajas geführtes, halbselbstständiges und mehrheitlich muslimisches Fürstentum unter britischer Verwaltung. Der Norden Kaschmirs war muslimisch geprägt, der Süden hinduistisch und der Osten buddhistisch. Ein machtpolitisches Ungleichgewicht herrschte jedoch dadurch vor, dass hohe Positionen und öffentliche Ämter fast ausschließlich durch Dogra-Hindus aus Jammu besetzt wurden. Protestbewegungen von Moslems, wie zum Beispiel 1930 gegen die autoritäre Herrschaft des Maharajas wurden immer häufiger und zumeist blutig niedergeschlagen. Bearbeiten Kaschmirkonflikt
Die Ursache für das heutige Spannungsverhältnis in Kaschmir (Kaschmir-Konflikt) ist einerseits begründet durch den Eroberungsfeldzug 1819 der Sikhs von Punjab (Indien) aus, die das muslimische Kaschmir mit dem hinduistischen Jammu vereinigten und andererseits im Teilungsprozess Britisch-Indiens im Jahr 1947, in dessen Folgen die Staaten Pakistan und Indien gegründet worden waren. Die Teilung in das muslimisch dominierte Pakistan (einschließlich Ost-Pakistan, das heutige Bangladesch) und in die hinduistisch geprägte Indische Union nach dem Mountbattenplan folgte der so genannten „Zwei-Nationen-Theorie“. Danach sollten die Distrikte Britisch-Indiens, die nach der letzten verfügbaren Volkszählung von 1941 eine mehrheitlich muslimische Bevölkerung aufwiesen, Pakistan zufallen. Im umgekehrten Falle sollten muslimische Minderheitengebiete in der Indischen Union verbleiben. Dieses Kriterium traf nicht für die semi-autonomen Fürstenstaaten und damit auch nicht für Kaschmir zu. Das entsprechende britische Gesetz (indisches Unabhängigkeitsgesetz von 1947) besagte, dass die Herrscher der Fürstenstaaten die Entscheidungsfreiheit haben, sich entweder Indien oder Pakistan anzuschließen (oder unabhängig zu sein). Kaschmir blieb nach der Teilung Britisch-Indiens zunächst unabhängig, wurde aber bald zu einer militärischen Konfliktregion. Der damalige Maharaja Hari Singh versuchte durch Verzögerungen in der Entscheidung, sich auf die pakistanische oder indische Seite zu schlagen, die Souveränität zu wahren. Nach Beginn der Invasion von durch Pakistan unterstützten paschtunischen Stammeskriegern und der fortlaufenden Rebellion gegen seine Herrschaft (besonders im Bezirk Punch) bat der Herrscher Indien um militärischen Beistand. Um diesen zu erhalten, erklärte er am 26. Oktober 1947 den Anschluss seines Fürstenstaates an die Indische Union[1]. Binnen weniger Tage verlegte Indien massiv Truppen in die Krisenregion, um Aufständischen und eingesickerten Kämpfern zu begegnen. Pakistan akzeptierte den Beitritt zu Indien nicht. Darüber hinaus wurde der bereits in der Kolonialperiode schwelende Hindu-Moslem-Konflikt immer weiter auf die Ebene der Staatspolitik übertragen, der dadurch kontinuierlich an Brisanz gewann, obwohl die Mehrheit der Bewohner Kaschmirs eine gemäßigte religiöse Einstellung besaß. Die Eskalation führte letztlich zum Ersten Indisch-Pakistanischen Krieg, der 1949 mit der De-Facto-Zweiteilung Kaschmirs unter Vermittlung der Vereinten Nationen endete. Seitdem existiert im Süden der indische Bundesstaat Jammu und Kashmir (etwa zwei Drittel des Territoriums), während der Norden mit Asad Kaschmir und den Northern Areas (Nordgebiete) unter pakistanischer Verwaltung steht. Die Grenzlinie zwischen dem pakistanischen und indischen Teil bildet die Waffenstillstandslinie („Line of Control“) von 1949. Sie ist etwa 750 km lang und steht unter dem Mandat der Vereinten Nationen. Die vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen im April 1948 geforderte Volksabstimmung über den Beitritt Kaschmirs zu Indien oder Pakistan[2] hat bis heute nicht stattgefunden. Indien führt die folgenden Gründe an:
Pakistan betrachtet vor allem einen muslimisch geprägten Nationalismus und leitet daraus den Souveränitätsanspruch über ein Land mit 77 % muslimischer Bevölkerung ab:
Aus indischer Sicht steht vor allem die Vermeidung eines Präzedenzfalles durch Loslösung aus dem Staatsverbund Indiens und die Sicherung der Verkehrswege in das Hochtal von Kaschmir im Vordergrund. Das Regierungsprinzip des säkularen Nationalismus, das heißt keine Abhängigkeit der Regierung von Religionen, sollte für ganz Kaschmir gelten und somit auch für die muslimisch dominierten Bereiche. Indien sieht in der Kaschmirfrage daher keinen Diskussionsbedarf. Aus pakistanischer Sicht stellt die Kaschmir-Frage einen Präzedenzfall für die Rolle des Landes als selbstproklamierte „Heimat der indischen Muslime“ dar. Indien versuche durch die Annexion Kaschmirs diesen Anspruch und so das gesamte Gründungsprinzip des pakistanischen Staates infrage zu stellen. Der Kaschmir-Konflikt stellt so einen wichtigen identifikativen Bezugspunkt des pakistanischen Staates dar, der sich über einen gemeinsamen Feind gegenüber Systemkritikern legitimieren will. Neben Indien und Pakistan ist die Volksrepublik China als dritte Partei indirekt am Kaschmirkonflikt beteiligt. Nach der gewaltsamen Besetzung des im Osten Kaschmirs gelegenen Aksai-Chin-Plateaus durch chinesische Truppen (1956 und 1962) näherte sich Indien verstärkt der Sowjetunion an. Aufgrund der gleichgerichteten Interessenlage gegen Indien wurde Pakistan zum Verbündeten Chinas. Es trat 1963 seinerseits einen schmalen Streifen um die K2-Gipfelregion an China ab. Dieses ehemals zu China gehörende Gebiet wurde seit der britischen Kolonialzeit von Pakistan kontrolliert. Im Gegenzug erhielt Pakistan chinesische Hilfe beim Bau des Karakorum Highway. Das Gebiet von Aksai Chin war bis 1956 ein autonomes Fürstentum, das sich an der Politik des Maharajas von Kaschmir orientierte. Die Chinesen sahen die Besetzung als Rückeroberung eines von Britisch-Indien 1846 unrechtmäßig besetzten Gebietes. Außerdem planten sie eine Straße von Westtibet durch Aksai Chin weiter nach China, welche ab 1958 auch gebaut wurde. Sowohl die indische als auch die pakistanische Regierung nehmen sowohl auf internationaler Ebene als auch in Südasien für sich in Anspruch, die rechtmäßigen Vertreter der kaschmirischen Interessen zu sein. Während die indische Seite einen multikulturellen und Minderheiten tolerierenden Staat propagiert, der aber keinerlei Separationsbestrebungen der einzelnen Bundesstaaten akzeptiert, erhebt Pakistan den Anspruch, alle südasiatischen Muslime in einem (pakistanischen) Staat zu vertreten, da deren Interessen in einer Minderheitensituation unter indischer Verwaltung letztlich nicht gesichert seien. Multikulturalität sei nur die äußere Rhetorik einer impliziten Politik der Bevormundung und Benachteiligung. Bereits 1947 zeichnete sich jedoch eine weitere Option ab. Kaschmirische Nationalisten forderten die Gründung eines von Indien und Pakistan unabhängigen Binnenstaates Kaschmir, der sich idealer Weise aus dem pakistanisch-kontrollierten Asad Kaschmir und dem indisch-kontrollierten Jammu und Kashmir zusammensetzen sollte. Diese Lösungsvariante wird bis heute nicht nur von Indien und Pakistan aus strategischen, ökonomischen und sozio-kulturellen Erwägungen abgelehnt, sondern auch von einer Mehrheit der kaschmirischen Bevölkerung, welche einen unabhängigen muslimischen Staat Kaschmir fordert. Pakistan verlangte die Lösung der Kaschmir-Frage auf der Basis der entsprechenden Resolutionen der Vereinten Nationen und des Selbstbestimmungsrechts des kaschmirischen Volkes, insbesondere der Muslime. 1965 kam es im Streit um die Region zum Zweiten Indisch-Pakistanischen Krieg. 1999 bricht auf Grund des Eindringens von Pakistan unterstützter bewaffneter Einheiten in die Region um Kargil der Kargil-Krieg aus. Im Zuge des einsetzenden Entspannungsprozesses Ende 2003 schlug der pakistanische Präsident Pervez Musharraf einen völligen Truppenabzug (des indischen und des pakistanischen Militärs) aus der umstrittenen Himalaya-Region vor. Indien lehnt dies mit Hinweis auf die instabile, komplexe Sicherheitslage und wegen der Gefahr des Einsickerns von Extremisten aus Pakistan ab. Der zentrale Streitpunkt zwischen beiden Ländern, wonach sie beide den alleinigen Anspruch auf ganz Kashmir erheben, wurde in dem bisherigen Annäherungsprozess ausgeklammert. Bearbeiten Kurzübersicht
Bearbeiten WirtschaftNach der Region benannt ist die kostbare Kaschmirwolle, die zum Ende des Winters durch Kämmen aus dem Unterfell der Kaschmirziege gewonnen wird. Pro Tier werden ca. 150 Gramm gesammelt, die dann (von Hand) von den einzelnen Oberhaaren (Grannen) gereinigt werden müssen. Der Verkaufspreis der Wolle richtet sich nach deren Qualität; die Haare sollten möglichst fein (dünn), lang und hell (weiß) sein. Bearbeiten Siehe auchSiachen-Gletscher Bearbeiten Literatur
Bearbeiten Weblinks
Bearbeiten Einzelnachweise
|
| a • Komunikatory Internetowe • Dzień Niepodległości • blogi.2hot4u.pl • Książka • Języki obce • Matura • www.czapka.pikawka.pl • chodnik • www.autostrada.powiadaj.pl • Spawanie to trduny proces spawanie rozwija się szybko. • piosenki h • 6 piosenki • Artykuly • Good All Right Reserved © 2007, Designed by Stylish Blog. |